Falconera

Fischerinsel - Falconera - Caorle

Falconera ist der Vorposten der zauberhaften Welt unendlicher Stille und warmer Menschlichkeit, die Hemingway verewigt hat: der Lagune. Jenseits des ruhigen Wassers des Canalon, der mit scheinbarer Trägheit in die Adria fließt, erstreckt sich eines der schönsten und stimmungsvollsten Naturgebiete Venetiens. Seit Jahrtausenden vermehren sich hier Tausende Tier- und Pflanzenarten im geordneten Wechsel der Jahreszeiten. Der Mensch lebt in vollkommenem Einklang mit dieser Ordnung. Der Casone, aus Sumpfschilf gebaut, ist Zuflucht, Haus und Burg des Herrn dieses bezaubernden Reiches: des Fischers. In diesen Hütten verbrachte vor nicht allzu vielen Jahren die ganze Gemeinschaft von Caorle, die ausschließlich vom Fischfang in der Lagune lebte, (in günstigen Zeiten) einen Großteil des Jahres. Das Leben beginnt heute wie damals im Morgengrauen. Nach einem Kaffee mit einem ordentlichen Schuss Likör werden die Arbeitsgeräte vorbereitet, dann rudert man hinaus zu den fischreichsten Gewässern. Zurück kommt man erst nach Sonnenuntergang. Während ein Teil der Fangmannschaft die Geräte aufräumt, macht sich der Koch am Herd zu schaffen. Zur dampfenden Polenta gibt es immer einen Teil des Tagesfangs, gebraten oder als Fischsuppe. Dann ist für die Männer die Zeit der Entspannung gekommen, in der sie von der fernen Familie erzählen. Ein Glas Wein vertreibt jeden Schatten, man scherzt, bis Müdigkeit und Schlaf auch den griesgrämigsten Lagunenwolf übermannen. Sobald die Wärme des Feuers nachlässt, legen sich die Männer auf ihre Strohsäcke, denn der nächste Morgen ist schon nah.

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