
Das durch menschliche Arbeit und Erfindungsgeist trockengelegte Land wird heute für ausgedehnten Ackerbau und Weinbau genutzt.
Die ländlichen Wohnorte sind der moderne, bevölkerungsreiche Ortsteil San Giorgio di Livenza, in dem Landwirtschaft und Dienstleistungen vorherrschen; die Ortsteile Villaviera, Castello di Brussa und Brussa, die mit der Landwirtschaft und heute mit der neuen Naturberufung der Lagune und von Valle Vecchia verbunden sind; und die Dörfer Ca’ Corniani und Ca’ Cottoni, deren Geschichte sich um die große Trockenlegung im 19. Jahrhundert und den folgenden Jahren dreht, mit der Triestiner Gesellschaft Assicurazioni Generali (heute Genagricola), die hier der Landwirtschaft mit einem Versuchsprojekt großen Auftrieb gab und viele der bei der Trockenlegung tätigen Siedler in Gemeinschaften zusammenführte. Generali förderte vor allem das Dorf Ca’ Corniani, 3 Kilometer von Caorle flussaufwärts an der Livenza, wo für Siedler und Halbpächter zwei Gutshöfe gebaut wurden, die ein interessantes Beispiel ländlicher venezianischer Architektur sind und einen Besuch lohnen. Besonders sehenswert ist die Kellerei, in der ausgezeichnete Weine erzeugt und gereift werden.
Ganz anders ist es bei San Gaetano, 5 Kilometer nördlich von Caorle direkt an der Lagune. Dies war das Land der adligen Familie Franchetti; hier versuchte Baron Raimondo, ein großes landwirtschaftliches Gut zu schaffen, vielleicht nach dem autarken Vorbild von Alvise Mocenigos Alvisopoli, doch es gelang ihm nur teilweise, und heute ist davon vor allem das „Herrenhaus“ erhalten.
In den 1950er- und 1960er-Jahren war San Gaetano dennoch berühmt für die Jagden im Valle Grande oder Valle Franchetti, an denen der venezianische Adel und bekannte Amerikaner wie Henry Fonda und Ernest Hemingway teilnahmen; der amerikanische Literaturnobelpreisträger fand hier die Inspiration für seinen Roman „Über den Fluss und in die Wälder“, der die Geschichte eines amerikanischen Obersts und einer schönen jungen venezianischen Adligen kurz nach dem Krieg erzählt und ausführlich die Orte, die Menschen und die Techniken der winterlichen Wildentenjagd beschreibt.
In San Gaetano erinnern sich die Älteren noch an die Jagdtage und die Feste dieser berühmten Gäste im Jagdhaus oder im „Palazzo“.